Wie wurde Kurfürst Maximilian II. Emanuel von Bayern zu der Legende, die er heute ist? Um diese Frage dreht sich alles in der Sonderausstellung „Making Max Emanuel“, die das Bayerische Armeemuseum anlässlich seines 300. Todestages zeigt.
Max Emanuel gilt als einer der wichtigsten Herrscher Bayerns. Mit ihm erlebte der Staat einen immensen Aufschwung: Als er geboren wurde, war das Land noch gezeichnet vom Dreißigjährigen Krieg. Unter dem ehrgeizigen Kurfürsten und begabten Feldherrn Max Emanuel wurde Bayern zu einem Machtfaktor in Europa. Die Dynastie der bayerischen Wittelsbacher hatte Chancen, in die Liga der europäischen Königshäuser aufzusteigen, auch wenn militärische Aufrüstung und extravagante Hofhaltung die Staatskassen massiv belasteten. Allerdings scheiterten seine Ambitionen: Nach militärischen Niederlagen verlor Max Emanuel sogar die Kurwürde und musste für fast zehn Jahre ins französische Exil. Nur die Gleichgewichtspolitik der europäischen Großmächte brachte ihm Land und Rang zurück. Max Emanuel gab nicht auf, er inszenierte sich selbst als Retter Bayerns, als erfolgreicher Feldherr und Barockfürst nach dem Vorbild des französischen Sonnenkönigs, Ludwigs XIV.
Letztlich war dies erfolgreich, seine riskante Politik und ihre katastrophalen Folgen wurden fast vergessen – das Bild des siegreichen „Türkenbezwingers“, des Begründers der Bayerischen Armee sowie des kunstsinnigen Herrschers und Bauherr prachtvoller Schlösser überstrahlt bis heute alles.
Ergänzt durch hochkarätige Leihgaben werden bekannte und unbekannte Bestände des Bayerischen Armeemuseums gezeigt, die ein vielfältiges Bild der „Legende“ Max Emanuel, ihrer Selbstdarstellung, ihrer Ambitionen, aber auch des höfischen Lebens zeichnen.

Petra Reategui, Köln
Anlass ist das Erscheinen des Buches: „Ohne Flügel ist der Adler im Himmel machtlos. Kalmückische Displaced Persons im Nachkriegsdeutschland“, erschienen im Wallstein Verlag 2026. Die Autorin Petra Reategui hatte vor zwei Jahren auch in Ingolstadt recherchiert.
Hier gab es nach dem Zweiten Weltkrieg über mehrere Jahre eine große Gruppe der Kalmücken, dem einzigen mongolisch-sprachigen, buddhistischen Volk in Europa. Über die Kalmücken in Ingolstadt wurde 1951/1952 auch ein Film gedreht, der bei dieser Gelegenheit gezeigt wird. Lutz Tietmann vom Projektteam „Opfer des Nationalsozialismus in Ingolstadt“ wird über die verschiedenen Gruppen der Ingolstädter Displaced Persons, ihre Aufenthaltsorte und exemplarische Einzelbiographien sprechen.
Dr. Peter Lieb, Potsdam
Prof. Dr. Nadin Burkhardt, KU Eichstätt
Die Lehrgrabung 2025 des Lehrstuhls für Klassische Archäologie der KU Eichstätt erforschte die Römerstraße am östlichen Ortsrand von Stepperg-Rennertshofen. Sie wurde u.a. wieder vom Historischen Verein Ingolstadt unterstützt, finanziell und durch teilnehmende Mitglieder.
