
Die wechselvolle Geschichte der Augustinerkirche und des Augustinerklosters von deren Anfängen bis zum Jahre 1950
Wer kennt ihn nicht, den Ingolstädter Viktualienmarkt – Treffpunkt vieler Ingolstädter, Ort der Begegnung, des gemütlichen Beisammenseins und des ausgelassenen Feierns. Aber was hat es mit dem eigenartigen Muster im Pflasterbelag auf sich oder mit der Glasvitrine, die eine Bronzetafel birgt, die einst in Mitten des Platzes eingelassen war?
Fragt man einen Passanten, wird man als Antwort wahrscheinlich ein Schulterzucken erhalten – außer man trifft einen wirklich „alten Ingolstädter“, der ins Schwärmen gerät und voller Begeisterung aber auch Wehmut von der „Unteren Franziskanerkirche“ berichtet.
Scheinbar haben wir es mit einem geschichtsträchtigen Ort zu tun, der uns einen Bogen vom Mittelalter bis in die Nachkriegszeit schlagen lässt, der Andacht und Gebet im Angesicht barocken Kunstschaffens gewidmet war und der von einem der furchtbarsten Kriege heimgesucht und bei einem Bombenabwurf am 9. April 1945 zum Ort sinnloser Zerstörung und Tod wurde.
Die überlebenden Bewohner des Augustinerklosters, es waren Franziskanermönche, wagten einen Neuanfang und besiedelten ihr „altes Kloster“ von neuem. Im Gepäck hatten sie neben spärlichem Hab und Gute die Erinnerungen an den 09.April 1945 und errichteten in der Loretokapelle ihrer Kirche einen Gedenkstein – zur Mahnung künftiger Generationen und zur Erinnerung an die 73 Opfer.
Besuchen Sie unsere Gedenkausstellung in der Loretokapelle der Franziskanerbasilika, Harderstraße 2, 85049 Ingolstadt.