Hermann Hage, Donaustauf
Im Jahr 1525 entstand die Täuferbewegung im Zuge der Reformation in der Schweiz. Auch in Bayern und damit auch in Ingolstadt wurde sie im 16. Jahrhundert von den Wittelsbacher Herzögen im Zuge der Gegenreformation unnachsichtig verfolgt und mit Gewalt im Keim erstickt. 200 Jahre später kamen mit den Amischen und den Mennoniten die Nachkommen dieser Täufer auf Einladung der Wittelsbacher wieder ins Land, wo ihnen nun religiöse Toleranz entgegengebracht wurde. Im Raum Ingolstadt entstanden kurz nach 1800 die Mennonitengemeinde Maxweiler und die bedeutende amische Gemeinde Ingolstadt-Neuburg. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts formierte sich an der südöstlichen Stadtgrenze in Niederfeld aus Neusiedlern und Resten der amischen Gemeinde die heutige Evangelische Freikirche Mennonitengemeinde Ingolstadt.
Diese Gemeinden haben deutliche Spuren in der Religions-, Sozial- und Landwirtschaftsgeschichte der Region hinterlassen. Auch zeugen mehrere Straßennamen von den Ingolstädter Spuren der 500-jährigenGeschichte. Nach einer Einführung in grundlegende Elemente der täuferischen Glaubensüberzeugungen zeichnet der Vortrag die wesentlichen Züge der amischen und mennonitischen Geschichte im Raum Ingolstadt im 19. Und 20. Jahrhundert nach.